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Chairside vs. Lab-side CAD/CAM: Welcher Workflow ist der beste – und wann?

Inhaltsverzeichnis
Chairside-Systeme (CEREC, Planmeca usw.) bieten Schnelligkeit und ermöglichen eine Behandlung in nur einem Besuch.
Das Labor ist jedoch nach wie vor führend bei der Materialwahl, der Ästhetik und komplexen Fällen.
Welche Variante sollten Sie also wählen – und wann sollten Sie welche verwenden?

In meinem letzten Artikel haben wir uns eingehend mit den Vorteilen des laborseitigen Workflows beschäftigt. Doch die Realität sieht anders aus: Die Abläufe in der Praxis und im Labor schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich ideal und ergänzen sich perfekt. Dieser Beitrag bietet einen direkten Vergleich, der Ihnen bei der Entscheidung helfen soll: Wann sollten Sie einen Fall intern bearbeiten? Wann sollten Sie ihn ins Labor schicken? Und wie können Sie beide Ansätze optimal kombinieren?

 Geteilter Zeitablauf – traditioneller Laborablauf (Abformung → Versand → Fertigung → Rücksendung → Einsetzen) dauert 1–2 Wochen vs. Stuhlseitiger Ablauf (Scannen → Design → Fräsen → Sintern → Einsetzen) dauert 2–3 Stunden

1. Chairside-Systeme: Geschwindigkeit und das Erlebnis in nur einem Besuch

CEREC, Planmeca, Ritter Concept – diese Systeme versprechen etwas, das die meisten Zahnärzte und Patienten lieben: Zahnbehandlungen am selben Tag .

1.1 Zeiteffizienz

  • Traditionelles Labor: 1–2 Wochen (Abdruck → Kurier → Laborarbeit → Rücksendung → Anprobe).
  • Behandlung direkt am Behandlungsstuhl: komprimiert auf 2-3 Stunden.
  • Patientenvorteil: nur ein Besuch in Narkose, keine Sorgen um eine provisorische Krone, kein zweiter Besuch.

1.2 Vereinfachte klinische Schritte

  • Kein herkömmliches Abformmaterial erforderlich (ideal für Patienten mit starkem Würgereiz).
  • Der digitale Scan kann sofort auf Randschärfe überprüft werden.
  • Entwerfen, mahlen, sintern, glasieren – alles unter Ihrer Kontrolle.

1.3 Die besten Anwendungsfälle für die Behandlung direkt am Behandlungsstuhl

  • Einzelnes Inlay/Onlay (Seitenzahnbereich) – überzeugende Evidenz. Langzeitstudien berichten von einer Erfolgsrate von 88,7 % nach 17 Jahren und 87,5 % nach bis zu 27 Jahren klinischer Anwendung für CAD/CAM-gefertigte Inlays und Onlays.[1] Die
  • Einzelne posteriore Krone (Prämolar/Molar) – hochgradig standardisierbar.
  • Provisorische Kronen – können direkt am Behandlungsstuhl angefertigt werden, wobei aus Zeitgründen eine vorgefertigte provisorische Krone aus Bis-Acryl schneller sein kann.
  • Einfache Furniere (1–2 Einheiten, einfache Farbanpassung).

Die Grenzen sind klar: begrenzte Materialauswahl (hauptsächlich Glaskeramik und Kompositblöcke). CAD/CAM-gefertigte Keramiken bieten typischerweise Biegefestigkeiten von 160 MPa (Feldspatkeramik) bis 420 MPa (Lithiumdisilikat) und bis zu 1200 MPa (Zirkonoxid); keine komplexe Schichtung für mehrere Frontzahneinheiten, und mehrschichtiges Zirkonoxid erfordert Laborbearbeitung.

 dentex Präzisionsfräsen & Schnellsintern

2. Die unschlagbaren Stärken des Labors: Materialien, Ästhetik und Komplexität

Sobald man die Komfortzone der „einfachen Inlays“ verlässt, zeigt sich der wahre Wert des Labors.

2.1 Umfang der Materialien

  • Chairside‐fräsbar: Lithiumdisilikat (IPS e.max CAD), Harzblöcke, schnellsinterndes Zirkonoxid.
  • Im Labor verfügbar: mehrschichtiges Zirkonoxid (20+ Schichten), Lithiumsilikat, Presskeramik, Hybridkeramik, PEEK, faserverstärkter Verbundwerkstoff, Edelmetallkeramik – und vieles mehr.
  • Manche hochtransparente oder hochfeste Materialien erfordern spezielle Sinter- oder Pressverfahren, die mit einem Stuhlofen nicht durchgeführt werden können.

2.2 Ultimative Ästhetik – individuelle Schichtung und Färbung

Beizsets für die Anwendung direkt am Behandlungsstuhl liefern Ihnen eine „standardisierte“ Farbe. Ein erfahrener Techniker kann:

  • Schicht für Schicht aufbauen (Dentin, Schmelz, Schneidezahn, Charakterisierungskeramik).
  • Imitieren Sie einen Schneidekantenhof, Opaleszenz, weiße Flecken oder Haarrisse.
  • Individuell angepasste, benachbarte Zähne, einer nach dem anderen.

Bei ästhetischen Eingriffen im Frontzahnbereich (≥3 Veneers, starke Verfärbungen, Tetracyclinflecken) ist eine Behandlung direkt am Behandlungsstuhl einfach noch nicht möglich.

 Nahaufnahme eines Technikers beim Auftragen von Porzellanschichten auf eine Zirkonoxid-Kappenkonstruktion – verschiedene farbige Pulver und Pinsel

2.3 Komplexe Restaurationen

  • Implantatbrücken, Hader-Stege, individuelle Abutments – erfordern präzise Schnittstellen und Frässtrategien.
  • Komplette Mundrehabilitation (>10 Einheiten) – die Fräszeit am Behandlungsstuhl beträgt 2-3 Stunden reines Fräsen; so lange warten die Patienten nicht.
  • Gerüste für herausnehmbare Teilprothesen – erfordern Gießen oder Lasersintern.

2.4 Nachweise zur Randpassung

Ein direkter Vergleich von in der Praxis bzw. im Labor hergestellten Vollkeramikkronen zeigte einen signifikanten Einfluss des Herstellungsverfahrens auf die Randpassung (p = 0,0064), was bestätigt, dass die Herstellungsmethode von Bedeutung ist.[2] Wichtig ist, dass die Qualität der Präparation selbst einen erheblichen Einfluss hat: Studien zeigen durchschnittliche Randspaltbreiten von 36,6 μm bei exzellenten, 67,2 μm bei guten, 87,6 μm bei zufriedenstellenden und 104 μm bei mangelhaften Präparationen – unabhängig vom verwendeten Chairside-System.[3] Dies unterstreicht, dass eine exzellente Präparation der mit Abstand wichtigste Faktor für das Erreichen präziser Schnittränder ist , egal ob man direkt am Behandlungsstuhl oder im Labor arbeitet.

3. Das Hybridmodell: Scannen in der Praxis + Laborplanung/Fertigung

Die praktischste Lösung „Das Beste aus beiden Welten“ – wahrscheinlich der kostengünstigste digitale Workflow heutzutage, insbesondere für Praxen, die nicht in eine komplette hauseigene Fräsanlage investieren möchten.

 Ablaufdiagramm – Intraoralscan (Klinik) → Cloud-Übertragung → Design (Labor) → Fertigung (Labor) → Anprobe (Klinik)
Schritt Wo Werkzeuge Zeit
Intraorale Scans Klinik iTero, TRIOS, Medit usw. 5-10 Minuten
Datenübertragung Wolke 3Shape Communicate, exocad CAD/CAM-Hub sofort
Design Labor Designsoftware + technisches Know-how 2-24 Stunden
Herstellung Labor Mehrachsige Fräsmaschine, 3D-Drucker, Sinterofen 1-3 Tage
Sitzplätze Klinik Anprobieren, anpassen, verbinden 30 Minuten

Warum es so effizient ist

Für die Klinik: Keine Fräse, kein Sinterofen, kein Glasurofen (erhebliche Investitionsersparnis). Nur ein Intraoralscanner (ca. 14.000–28.000 US-Dollar) erforderlich. Weiterhin komfortables Arbeiten ohne Abformmasse. Geeignet für alle Fälle – von Einzelkronen bis hin zu kompletten Zahnbögen.

Für das Labor: Keine verzerrten Abdrücke oder Lieferverzögerungen mehr. Digitale Modelle lassen sich einfach archivieren und wiederfinden. Serienfertigung reduziert die Stückkosten.

Wie man das Hybridmodell reibungslos zum Laufen bringt

  • Cloud-Standards festlegen – vereinbartes Dateiformat (STL/PLY), Bissregistrierungsprotokoll, Farbfotos (Farbmuster + benachbarter Zahn verwenden).
  • Gestaffelte Bearbeitungszeit – dringend (24 Stunden), Routine (3–5 Tage), ästhetisch (7–10 Tage).
  • Vierteljährliche Kalibrierung – Vergleich der intraoralen Scandaten mit Laborreferenzscans zur Sicherstellung der Genauigkeit. Aus den ausgewerteten Studien geht hervor, dass extraorale Scanner eine höhere Genauigkeit aufweisen als intraorale Scanner, weshalb eine regelmäßige Kreuzvalidierung sinnvoll ist.[4] Die
 Ein Zahnarzt hält einen Intraoralscanner an den Mund eines Patienten, während auf einem Laptop-Bildschirm der digitale Abdruck angezeigt wird.

Die beste Klinik für Hybridverfahren: Kliniken, die 10-30 Einheiten pro Monat herstellen, bereits über einen Intraoralscanner verfügen oder dessen Anschaffung planen und die keine zusätzliche Investition in das Fräsen tätigen möchten.

4. Kosten, Lernkurve und Entscheidungsmatrix

4.1 Kostenvergleich (USD, ungefähr, basierend auf 1 USD ≈ 7 RMB – je nach Region anpassen)

Schritt Wo Werkzeuge Zeit
Intraorale Scans Klinik iTero, TRIOS, Medit usw. 5-10 Minuten
Datenübertragung Wolke 3Shape Communicate, exocad CAD/CAM-Hub sofort
Design Labor Designsoftware + technisches Know-how 2-24 Stunden
Herstellung Labor Mehrachsige Fräsmaschine, 3D-Drucker, Sinterofen 1-3 Tage
Sitzplätze Klinik Anprobieren, anpassen, verbinden 30 Minuten

Wichtigste Erkenntnis aus Branchenquellen: Chairside-Fräsen erfordert mehr als 200 Einheiten pro Jahr, um die Gewinnschwelle zu erreichen (Einsparung von Laborkosten vs. Abschreibung + Verbrauchsmaterialien). Bei weniger als 100 Einheiten pro Jahr ist ein Hybridverfahren deutlich wirtschaftlicher. Ab 400 Einheiten pro Jahr und ausreichendem Chairside-Zeitaufwand führt Chairside zu höherer Patientenzufriedenheit (aber nicht unbedingt zu Kosteneinsparungen). Kliniken, die monatlich eine hohe Anzahl an Einzelzahnrestaurationen durchführen, stellen fest, dass sich Chairside-Fräsen relativ schnell amortisiert.

4.2 Lernkurve

Rolle Stuhlseitig Hybrid Traditionelles Labor
Zahnarzt Lernen Sie Scannen + Design (10-20 Fälle) + Sintern/Färben Lernen Sie nur das Scannen (5-10 Fälle). Konventioneller Abdruck oder Scannen
Assistent Mühle warten, Sinterzyklen durchführen, Färben keiner keiner
Techniker keiner Anpassung an die Qualität der vom Krankenhaus übermittelten Scans herkömmlicher Arbeitsablauf

Am einfachsten zu erlernen: Hybridverfahren (Zahnarzt konzentriert sich auf das Scannen, Labor übernimmt das Design). Am schwierigsten zu erlernendes Verfahren: Chairside-Verfahren (Zahnarzt wird zum Teil Techniker).

4.3 Klinische Entscheidungsmatrix: Welche Fälle werden intern behandelt?

Fallart Empfohlener Arbeitsablauf Warum
Einzelnes posteriores Inlay, normale Nachbarzähne ✅ Direkt am Behandlungsstuhl Zeitvorteil, hohe Erfolgsquote (87,5-88,7% bis zu 17-27 Jahren)
Einzelne hintere Krone (Prämolar/Molar) ⚖️ Direkt am Behandlungsstuhl oder Hybrid-Lösung Hängt von den Färbetechniken der Klinik und dem Fallaufkommen ab.
2-4 Frontzahnveneers, Farbanpassung erforderlich ❌ Labor oder Hybrid Chairside hat Schwierigkeiten mit der Farbkonsistenz über mehrere Einheiten hinweg.
Implantat-Einzelkrone (nicht-ästhetische Zone) ⚖️ Hybrid Scan + Labor für genauere Abutmentpassung
Komplette Gebissrehabilitation (>10 Kronen) ❌ Labor Die Fräszeit am Behandlungsstuhl ist zu lang
Individuell angefertigtes ästhetisches Abutment + Krone ❌ Labor Erfordert CAD-Anpassung + spezialisierte Fertigung
Notfallbehandlung einer provisorischen Kronenfraktur (gleicher Besuch) ⚖️ Am Stuhl oder traditionell Die Anfertigung eines provisorischen Zahnersatzes ist direkt am Behandlungsstuhl möglich, jedoch kann ein vorgefertigter provisorischer Zahnersatz in Kombination mit Bis-Acryl schneller sein.
Kind/Patient mit starkem Würgereflex ✅ Chairside oder Hybrid (Scan) Vermeiden Sie den üblichen Eindruck – Lieferung am selben Tag nicht zwingend erforderlich

5. Zukunftstrends : Von „Entweder/Oder“ zu „Nahtlosem Zusammenwirken“

In den nächsten 3–5 Jahren wird es in der digitalen Zahnmedizin nicht darum gehen, dass ein Arbeitsablauf den anderen verdrängt. Die Grenzen werden verschwimmen.

📈 Entwicklung direkt am Behandlungsstuhl
Schnelleres Fräsen (<10 min/Einheit), mehrschichtige Zirkonoxidblöcke, KI-gestütztes Design, 3D-Druck direkt am Behandlungsstuhl.
🏭 Laborentwicklung
Über 90 % der Fälle werden über intraorale Scans, Hybrid-Servicepakete (24-48 Stunden Routine), Remote-Design-Plattformen abgewickelt.
⚙️ Voraussichtlicher Endzustand
Chairside: 60 % funktionelle Fälle. Hybridverfahren: 30 % Standardverfahren. Reine Laborkunst: 10 % hochkomplexe Fälle.
 Drei Symbole – Chairside (schnell), Hybrid (ausgewogen), Labor (künstlerisch) – mit Pfeilen, die die sich überschneidenden Rollen anzeigen.

6. Abschließender Rat für Zahnärzte: Sollten Sie ein Chairside-System kaufen?

✅ Kaufen Sie direkt am Behandlungsstuhl, wenn:
- Mehr als 20 Einheiten pro Monat (Inlays/Kronen)
- Patienten schätzen die „Behandlung am selben Tag“
- Bereitschaft, Design/Färben zu lernen
- Akzeptiert einen ROI von 3-5 Jahren
❌ Verzichten Sie auf die Behandlung direkt am Behandlungsstuhl und wählen Sie die Hybridmethode, wenn:
- Weniger als 10 Einheiten pro Monat
- Hauptsächlich ästhetische Eingriffe im Frontzahnbereich, Implantate, mehrgliedrige Zahnprothesen
- Ich möchte keine Arbeit im medizinischen Bereich.
- Zuverlässiges Labor + Patienten akzeptieren eine Bearbeitungszeit von ca. 1 Woche
🧠 Fortgeschritten: Mach beides
Behandlung direkt am Behandlungsstuhl (Inlays + Kronen im Seitenzahnbereich) + Weiterleitung des komplexen Verfahrens an das Labor. Kostenpunkt: ca. 25.000–30.000 US-Dollar.
60 % der einfachen Fälle werden intern bearbeitet; das Labor kümmert sich um ästhetisch komplexe Fälle.
💡 Zusammenfassung in einem Satz
Einzelnes Inlay oder eine Krone im Seitenzahnbereich? Direkt am Behandlungsstuhl. Ästhetische Eingriffe im Frontzahnbereich? Dann ab ins Labor. Für alles andere: Intraoralscan plus ein gutes Labor. Das ist der praktischste und zukunftssicherste digitale Workflow von heute.

Referenzen & Datenquellen
[1] Otto T, et al. Langzeit-Klinikleistung von Chairside-CAD/CAM-Inlays/Onlays bis zu 27 Jahre. J Adhes Dent 2017; etc. (Zusammenfassung der Überlebensraten 87,5–88,7 %).
[2] Einfluss des Herstellungsprozesses auf die Randpassung: Alves de Carvalho et al. J Prosthet Dent 2021; p=0,0064 zeigt einen signifikanten Einfluss.
[3] Qualität der Studienvorbereitung & marginale Lücke: Einfluss der Ziellinie und des Studienvorbereitungsdesigns – Metaanalysen (z. B. Brawek et al. 2013; aktuelle systematische Übersichtsarbeiten).
[4] Genauigkeitsvergleiche von intraoralen und extraoralen Scannern: Ahlholm et al. 2018; Revilla‐León et al. 2020 – extraorale Scanner weisen im Allgemeinen eine höhere Genauigkeit auf.
Hinweis: Die Kostenschätzungen basieren auf dem typischen US-amerikanischen/europäischen Markt 2024–2025; die tatsächlichen Preise können abweichen. Die Annahmen zum hybriden ROI stammen aus Branchenstudien und Analysen aus der Praxis.

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